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 Militärische Kartensymbole  
    Einführung 
   Prolog 
    Die Anfänge
    Die Mudschahedin 
    Die Ungläubigen 
    Ein Weiteres Vietnam
    Die Rolle der CIA
    Der Waffennachschub
    Ausbildung und Taktik 
    Die Fehden
    Kabul, der Schlüssel
    Der Bär greift an
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    Den Bär ködern 
    Der Bär zieht ab 
    Zwei Zwischenfälle
    Nachwort
 
 

 Nachwort

 
"Die Hilflosigkeit verführt zur Hoffnungslosigkeit und die Geschichte bescheinigt' daß der Verlust der Hoffnung und nicht der Verlust des Lebens den Ausgang eines Krieges entscheidet."
Captain Sir Basil Liddel Hart, The Real War 1914 -1918 (1939)

Ich habe kürzlich wieder Peshawar besucht, mit den Führern gesprochen die Freundschaften mit einigen meiner früheren Waffenkameraden erneuert und bin erneut in Afghanistan gewesen. Ich wollte selbst sehen, wie der Jihad sich entwickelt hat, der die Sowjets besiegte, der jedoch nicht das Regime von Najibullah besiegen konnte. Es war ein Besuch voller Depressionen. Der normale Mudschahedin war verwildert, ausgepumpt und verärgert über die endlosen politischen und militärischen Fehden, die immer noch seine Kraft gegenüber der Regierung in Kabul schwächten. Sie sahen hilflos aus und viele von ihnen hatten die Hoffnung verloren.

Immer mehr denke ich über die Geschehnisse der vergangenen drei Jahren nach, und umsomehr bin ich davon überzeugt, daß es Absicht der US-Regierung war, daß die Mudschahedin keinen militärischen Sieg in Afghanistan erringen sollten. Millionen von Flüchtlingen und Tausende von Mudschahedin, die in Pakistan leben, sollen nach Afghanistan zurückkehren; die Hilfe wird gekürzt werden, wobei ich jedoch nicht glaube, daß der Großteil überhaupt zurückgehen will. Sie liegen von der Zahl her weit über der örtlichen Bevölkerung, viele von ihnen sind bewaffnet und für einen Großteil von ihnen ist die Möglichkeit, in ihre zerstörten Dörfer und Felder zurückzukehren, die mit Millionen von Minen übersät sind, nicht verlockend. Ich glaube, der erste Schritt zur Unterwanderung des Jihad war die Versetzung von General Akhtar. Dies geschah durch den pakistanischen Präsidenten nach Absprache mit den USA. Nachdem Akhtar erst einmal seinen Posten verlassen hatte, verlor der gesamte politische Prozeß an Schwung, was sich auch auf die militärischen Bemühungen auswirkte. Akhtar hatte dem amerikanischen Druck widerstanden, er wurde als Held eines regelrecht militärischen Sieges gesehen, und der Aufbau einer islamischen Regierung in Kabul wurde vorausgesehen. Er war nicht flexibel, deshalb mußte er gehen. Die USA verstärkten den Druck auf Zia, ihn aus seinem Amt zu entheben, mit einem perfekten Timing. Der Präsident glaubte, daß der Sieg sicher war, und so wollte er die Forderung der USA erfüllen. Als nächstes kam die Explosion, die die Lagerbestände in Ojhri zerstörte. Das Lager war vollends gefüllt, weil die Amerikaner sich erst mit dem Newcomer, General Gul, einarbeiten mußten. Um die Kommandeure direkt mit Munition zu versorgen, mußten diese im Lagerhaus von Ojhri in größeren Mengen und weitaus länger als zuvor gelagert-werden. Die Amerikaner hatten schon immer einen ungehinderten sowjetischen Ruckzug gewünscht. Die Mudschahedin lehnten dies jedoch permanent ab. So war es nur verständlich, daß die Amerikaner keine Verzögerung oder unnötigen Unterbrechungen im sowjetischen Rückzug wollten und daher ihre Waffenlieferung nach Pakistan kürzten. Es waren jedoch immer noch wenigstens 10.000 Tonnen in Ojhri. Ein großer Knall und alles war vorbei. In der folgenden Woche wurde das Genfer Abkommen unterzeichnet und die Fähigkeit der Mudschahedin, größere Operationen durchzuführen, war nicht mehr gegeben, wodurch der sowjetische Rückzug vergleichsweise ruhig ablaufen konnte. Ein zweckmäßiger Zufall?

Von nun an waren die Waffenlieferungen der CIA unberechenbar geworden. Es kam kein ständiger Strom mehr nach Afghanistan, während die Sowjets Afghanistan mit Waffen und Ausrüstungen in einem vorher unbekannten Maße überfluteten. Ein weiterer unglücklicher Zufall?

Als nächstes folgte der Absturz des Flugzeuges, bei dem sowohl Präsident Zia als auch General Akhtar starben, unbeabsichtigterweise auch der US-Botschafter und der Militäratache. Sofort blockten die Amerikaner jeden Versuch ab, die Schuldigen herauszufinden. Es wurde angenommen, daß der KGB oder der KHAD an dem Attentat beteiligt waren, wobei pakistanisches Militärpersonal beteiligt war. Dies offen darzulegen würde die amerikanischen Pläne umwerfen und möglicherweise zu öffentlichen Rufen nach Vergeltung führen - alles in allem nachdem zwei US-Vertreter in einem Sabotageakt ermordet wurden. Die USA verschütteten ein paar Krokodilstränen über den Tod Zias, in Wirklichkeit waren sie jedoch nicht traurig über seinen Abgang von der politischen Bühne. Sie glaubten, was jedoch falsch war. daß er im geheimen Fundamentalist war, sie mochten seine militärische Herrschaft nicht, und sie sahen seine Auflösung des Parlaments nicht gern; sie waren besorgt über den Fortschritt seines Nuklearprogramms und betrachteten ihn als eine Belastung, die nicht durch politische Mittel gelöst werden konnte.

Ende 1988 schusterte Pakistan, aufgrund des Druckes der USA. die Afghanische Ubergangsregierung zusammen. Diese wurde aufgestellt, noch bevor die Sowjets Afghanistan verlassen hatten und bevor der Krieg gewonnen war. Der einzige Nutzen und Zweck der Afghanische Ubergangsregierung war es, die Mudschahedin von der Durchführung der Kämpfe abzulenken und um politische Rechte zu kämpfen.

Es war und ist irrelevant. Ohne einen militärischen Sieg konnte keine islamische Regierung in Kabul gebildet werden, mit einem militärischen Patt jedoch waren nur Kompromisse möglich. Das deckte sich vollkonmmen mit den amerikanischen Zielen.

Mitte Februar 1989 war der Abzug der Sowjets beendet, mit Ausnahme einiger Militärberater und ibrer massiven logistischen Unterstützung. Der Rückzug wurde erfolgreich abgeschlossen. Im November 1988 drobten sie, den Rückzug aufgrund der Angriffe der Mudschahedin einzustellen. Nach diesem Winter und mit dem zunehmenden Mangel an Munition wurde der Rückzug sicherer. Als nächstes kam das Fiasko bei Jalalabad. Der ISI, Pakistan, die Führung der Mudschahedin, ihre Unterstützer im CTA, sie alle stellten zu vorzeitig vom Guerillakrieg auf den konventionellen Krieg um. Menschenleben und Munition wurden an einem Angriffsziel, das auch bei einem Sieg nicht zum Gewinn des Krieges verholfen hätte, verschwendet. Beides, sowohl die Strategie als auch die Taktiken von Jalalabad, waren hoffnungslos fehlerhaft. Der Fehler dort war, daß man glaubte, daß es der letzte Schlag des Jihad sein sollte. Dies setzt jedoch ein Siegel auf eine politische Kompromißlösung. Obwohl ich es nicht glauben will, fühle ich, daß die einzigen Gewinner des Krieges in Afghanistan die Amerikaner waren. Sie hasten ihre Revanche für Vietnam, sie haben gesehen, wie die Sowjets auf dem Gefechtsfeld von einer Guerillaarmee geschlagen wurden, die von der USA finanziert wurde, und sie haben verhindert, daß eine fundamentalistische islamische Regierung die kommunistische Regierung in Kabul ersetzte. Für die Sowjetunion haste sich sogar der militärische Rückzug zu einem großen politischen Erfolg verwandelt, da Gorbatschow zum Helden im Westen wurde.

Die Verlierer des Krieges sind sicherlich die Bewohner von Afghanistan. Es sind ihre Häuser, die nur noch aus Trümmern bestehen, ihr Land und ihre Felder wurden verbrannt, Millionen von Minen liegen darauf. Es starben die afghanischen Männer. Väter und Söhne, in einem Krieg,der schon fast gewonnen war.