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"Als nächstes
marschierte Alexander zum Oxus (Amu) gegenüber von Kilif, wo
der Fluß rund einen Kilometer breit war. Die Soldaten
benutzten Häute, die mit Heu und Stroh gefüllt waren, und
sie brauchten fünf Tage, um alle den Fluß zu überqueren."
Zitat von Generalmajor J. F. C. Fuller, in 'The
Generalship of Alexander the Great' 1958.
Rund 2.300 Jahre, nachdem Alexander den Amu überquert
hatte, betrachtete ein Amerikaner diesen Fluß auf meiner
Karte. Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf einen Teil des
Flusses, der die Grenze zwischen der Sowjetunion und
Afghanistan bildet, speziell dort, wo er sich rund 500
Kilometer durch die Ebene von Badakshan von Osten in Richtung
Kilif nach Westen windet. Dann erklärte er, indem er Winston
Churchills berühmte Phrase während des Zweiten Weltkrieges
über Italien benutzte: "Dies ist der weiche Unterleib
der Sowjetunion". William Casey erwog als erster überhaupt
ernsthaft Operationen gegen die Sowjets auf ihrem eigenen
Territorium. Seiner Meinung nach sollten die ethnischen, die
Stammes- sowie die religiösen Verbindungen der Bewohner, die
auf beiden Seiten dieses Flusses lebten, zu unserem Vorteil
genutzt werden. Er war zuversichtlich, daß IJnruhen in dieser
Region dazu führen würden, daß der russische Bär
Bauchschmerzen bekäme. Er regte an, daß General Akhtar
vielleicht damit beginnen könne, Flugblätter und
Propagandamaterial in diese Region schmuggeln zu lassen, später
vielleicht Waffen, um örtliche Aufstände zu unterstützen.
General Akhtar stimmte in bezug auf das Propagandamaterial zu,
hielt sich jedoch hinsichtlich der Waffen bedeckt.
Dies war die Art und Weise, wie die USA die Eskalation des
Krieges über die nächsten drei Jahre förderten, die in
zahllosen Angriffen und Sabotagemissionen nördlich des Amu
gipfelten. Während dieser Periode mußten wir Hunderte von
Mudschahedin ausbilden, die bis zu 25 Kilometer tief in die
Sowjetunion eindrangen. Dies waren wahrscheinlich die
schwierigsten und geheimsten Missionen des Krieges. Ein
erfolgreicher Angriff auf eine Industrieeinrichtung nördlich
des Amu führte dazu, daß die Verhältnisse in der Region
brodelten, was Premierminister Juneio dazu veranlaßte, diese
Aktionen zu unterbinden. Für eine kurze Zeit hatten die
Politiker Angst, daß die Sowjetunion und Pakistan in einen
Krieg abgleiten würden. Es war ein gefährliches Spiel. Casey
hatte Recht - wir hatten einen extrem empfindlichen Punkt
getroffen.
Ich schreibe dies, während die Welt beobachtet, wie das
kommunistische Imperium an seinen Ecken zerbröckelt. Der
Kreml hatte immer ein Auge auf seine ethnischen Minderheiten,
besonders aut die islamischen. Die afghanisehe Grenze berührt
drei Sowjetrepubliken - Turkmenistan, Usbekistan und
Tadsehikistan; sie teilt zwei Länder, jedoeh nicht die Bevölkerung
(Karte 19). Die Turkmenen, Usbeken und Tadschiken in
Afghanistan teilen Kultur, Gesehichte, Sprache uttd Auftreten
sowie die Religion mit ihren Nachbarn, die einige wenige
hundert Meter entfernt hinter der Grenze wohnen. Moskaus größte
Sorge war das Ausufern des Fundamentalismus und sein Einfluß
auf die Moslems in den zentralasiatisehen Sowjetrepubliken.
Dies war einer der Gründe für die Invasion; es sollte
verhindert werden, daß statt der kommunistischen Regierung
ein fundamentalistisches Regime wie im Iran die Maeht in Kabul
übernahm. So wurde eine Ciefahr an der Südgrenze der
Sowjetunion gebannt. Den Fundamentalistnus fürehteten die
Amerikaner und Sowjets gemeinsam, und ich glaube, dies war
auch dafür verantwortlich, daß die Mudschahedin 1989 keinen
militärischen Sieg erringen konnten.
Was sah Casey, als er die Karte studierte? Er blickte auf
eine Region, die politische wie auch ökonomische und militärische
Bedeutung hatte. Der Kreml wollte in diesem Gebiet keine
politische Instabilität, er wollte keine religiösett Rivalitäten,
die nicht nur die Kriegsbetnühungen stören konnten, sondern
ebenso zu einer nationalen Bewegung führen konnten, die auf
größere Selbstbestimmung oder sogar Unabhängigkeit
gerichtet war. Die sowjetische Militärpräsenz in diesen
Republiken, genau wie in Afghanistan, sollte auch eine
Investition schützen. Die süidlichen Regionen der
islamisehen Republiken hatten große Vorkommen von Erdgas, Öl
und Bodenschätzen. Es wurden beträchtliche Bemühungen
unternommett, diese natürlichen Ressourcen zu nutzen, eine
industrielle Infrastruktur aufzubauen, das Straßennetz, sowie
die Eisenbahn und die Ver- bindung zur Luft auszubauen
Während der letzten drei Dekaden mutzten die Sowjets die
Maske internationaler Hilfsleistungen, um die natürlichen
Ressourcen Afghanistans auszuheuten. Ihre Invasion zielte im
wesentlichen darauf, die Ressourcen zu nutzen. Innerhalb
weniger Monate stahlen sie wertvolle Steine inklusive 2,2
Kilogramm ungeschliffener Smaragde int Wert von mehreren
Millionen DM aus den Beständen der afghanischen Regierung. 80
Prozent des Erdgases aus den Feldertt rund um Shibarghan ging
nach Norden über den Amu. Sogar die Festsctzung der Menge übernahmen
die Sowjets selbst und sie entschieden auch, welchen Preis sie
zahlen wollten. Teilweise zahlten sie in Form vott Krediten.
Soweit ich weiß, dauerte dieses 'Melken' der afghanischen Ökonomie
bis zum Umsturz im Jahre 1992.
Das südliche Zentralasien gehörte nur rund hundert Jahre
zur UdSSR. Es war ein Teil ihres Imperiums, das sie nur durch
die Anwendung von Gewalt halten konnten, und es war bis zum
Putsch im August erforderlich, Gewalt zur Sicherung dieser
Republiken einzusetzen. Die Stadt Termez, das Zentrum ihrer
Versorgungseinrichtungen für den Krieg, wurde I879 zu einer
russischen Befestigung ausgebaut. Dieses Gebiet hatte hereits
die Armeen Alexamders gesehen, als dieser auf dem Rückweg von
Samarkand den Amu überquerte, um nach Indien zu marschieren.
Die alte Stadt Termez florierte im ersten jahrhundert vor
Christi, wurde durch die Araber islamisch, von Dschingis-Khans
Horden eingenommen, schließlich ein Teil von Tamerlans Reich
und gegen Ende des 17. Jahrhunderts erneut zerstört.
Diesem Schmelztiegel der Menschen, Sprachen, Kulturen und
des Islam fügten die Sowjets den Kommunismus hinzu und legten
dann schnell den Deckel daraut. Die Sowjetarme stellte sicher,
daß der Deckel geschlossen blieb. Casey hatte Recht gehabt -
es handelte sich hierbei um ein Gebiet mit großem Potential.
um den Gegner ernsthaft zu schädigen.
Einer der Männer, der an unseren Kampfeinsätzen über den
Amu von Anfang an beteiligt war und später der Kommandeur des
Stoßtruppunternehmens wurde, das zur Einstellung der Einsätze
führte, war Wali Beg. Dies war nicht sein wirklicher Name,
und aus wichtigen Gründen bleibt sein Name geheim. Wali Beg
war Usbeke, 53 Jahre alt, sah jedoch älter aus, mit einem
eher weißen als grauen Bart. Er war Bauer, hatte eine Frau.
zwei Söhne und eine Tochter. Er hatte seine gesamte Familie
verloren und lebte als verkrüppelter Teppichknüpfer in einem
Flüchtlingslager in Pakistan. Seine ursprüngliche Heimat war
eines der kleinen, seit langem zerstorten Dorfer der Südseite
des Amu in der Provinz Kundus. Sein Haus war nur einige
Minuten vom Wasser entfernt. Das Haus war ebenfalls nicht weit
von dem alten afghanischen Flußhafen bei Sherkhan entfernt,
den die Sowjets in ein Treibstofflager verwandelt hatten. Nun
gab es auch eine Brücke bei Sherkhan. Dies führte zu einer
neuen Struktur. weil Handel und Einwohner den Amu über
Jahrhunderte in Booten und Schiffen überquert hatten. Wali
konnte sich daran erinnern. wie er als kleiner Junge mit
seinem Vater den Fluß überquerte, um Angehörige und Freunde
auf der anderen Seite zu treffen. Manchmal besuchten diese
Menschen seine Familie. Sie überquerten den Fluß auf sehr
flachen Booten. die von zwei Pferden gezogen wurden. Die
Pferde wurden von einem Fährmann geleitet und teilweise im
Wasser durch das Zaumzeug unterstützt. Durch diese Art
gelangte eine große Anzahl von Menschen und Waren über den
Fluss.
Walis Geschichte ist typisch für Millionen von Afghanen.
Der Islam dominierte das Leben in seinem Dorf, mit der Moschee
als Zentrum. Eine Schulausbbildung gab es nur für die Jungen,
wo Wali damals auch lesen und Verse und Gebete aus dem Koran
lernte. Im Alter von zehn Jahren wurde er Schäfer und fütterte
die Tiere. Im ländlichen Afghanistan hatte jede Familie, mit
Ausnahme der wirklich ärmsten. em paar Tiere, einen Esel oder
ein Pferd als Transportmittel, eine Milchkuh und Kälber,
einen Ochsen, um mit Nachbarn einen Pflug bespannen zu können
und einige Ziegen oder Schafe. Mit fünfzehn lernte er, wie
man pflügt.
Wali erzählte mir, daß seine Frau für ihn ausgewählt
wurde, als sie noch ein Kind war. Als sie vierzehn war, wurden
sie verheiratet, ohne daß er vorher Jemals ihr Gesicht
gesehen hatte, obwohl Angehörige ihm sagten, daß sie sehr hübsch
war. Die Heirat diente der Zeugung von Kindern. Es wurde von
den meisten jungen Frauen zu dieser Zeit erwartet, daß sie
alle zwei Jahre ein Kind bekamen, obwohl viele von ihnen
bereits früh starben. Beispiele, in denen eine Frau 16 Kinder
hatte, von denen jedoch nur fünf oder sechs das
Ewachsenenalter erreichten, sind nicht selten. Allah segnete
Wali mit vier Kindern. zwei Söhne und eine Tochter blieben am
leben.
Wali wuchs direkt am Amu auf, so daß er über die Jahre
den Fluss kennenlernte. Er kannte Wege und Pfade, die zum
Fluss führten, er kannte das Schilf auf den Sandbaeken, sowie
alle Biegungen des Flusses. Er konnte die Geschwindigkeit des
Flusses abschaetzen, er kannte den Fluß bei Hochwasser und im
Winter bei Niedrigwasser. Er konnte all die sandigen Untiefen,
die bei Niedrigwasser Inseln wurden.
Die Wirkung der sowjetischen Invasion auf das Leben Walis
war verheerend. Seine Sohne schlossen sich den Mudschahedin
an, der Jüngste, ein Junge von 17 Jahren kampfte schon bald
entlang der Straße von Kundus-Baghlan. Der ältere Sohn
verschwand einfach. Für Wali bedeutete dies die Gefangennahme,
was schlimmer war als der ehrenvolle Tod im Jihad. Als ich das
erstemal mit Wali sprach, war dieser davon ueberzeugt, daß
sein Sohn tot war, es war jedoch die Ungewißheit über die
Todesart, die ihn innerlich zerfraß. Er dachte an die
Torturen, die seinem Sohn auferlegt wurden, bevor der Tod ihn
erlöst hatte, was Walis Haß auf die Sowjets gnadenlos machte.
Die Bombardierung seines Dorfes. während er sich in Kundus
befand toetete seine Tochter, so daß er und seine Frau über
Chitral nach Pakistan flohen Wenige Monate später erlag sie
der Malaria. Für uns war die Ortskenntnis Walis von großem
Nutzen, verbunden mit seinem Racheschwur an den Sowjets war er
ein idealer Mudschahedin. der den Krieg am anderen Ufer des
Amu führen konnte.
Ich entwickelte verschiedene Vorstellungen, wie die Sowjets
auf ihrem eigenen Teritorium angegriffen werden konnten. Ich
wollte zuerst bei verschiedenen Einsätzen Propagandamaterial
verteilen lassen. um die Empfänglichkeit der Bevölkerung für
unsere Plane festzustellen. Erst danach konnten unsere Aktivitäten
aus Afghanistan heraus auf sowjetisches Territorium verlagert
werden, um Ziele in der UdSSR zu beschießen oder Schiffe auf
dem Fluß zu versenken. Schließlich und endlich könnten wir
Trupps über den Fluß schicken, um Raketenangriffe durchzuführen,
Minen zu legen. Eisenbahnemrichtungen zu zerstören oder
Hinterhalte durchzuführen. Es wurde entschieden, daß man
zuerst die Kontakte erneuern sollte, verbunden mit der
Verteilung von Propagandamaterial. um vor möglichen
Unternehmungen zu überprufen, wie heiß das Wasser war.
Casey bot uns Bücher an, in denen die sowjetischen Mißhandlungen
an den Usbeken beschrieben werden, ich selbst hatte mehrere
Diskussionen diesbezüglich mit einem Experten des CIA für
psychologischc Kriegführung, der einige dieser Bücher
empfahl. Er war selbst Usbeke und stand seit 1948 ihm Dienst
der CIA. Unser ursprünglicher Gedanke sah vor, Kopien des
Korans in der Sprache der Usbeken zu verteilen Wir forderten
von der CTA 10.000 dieser Bücher.
Während diese Bücher gedruckt wurden, beorderten wir eine
Reihe von Kommandeuren und anderen Personen inklusive Wali aus
den nördlichen Provinzen zu uns. Diese wurden sehr sorgfältig
abgeschirmt und beauftragt, Kontakte über den Amu zu knüpfen
und danach zu berichten, ob der Koran dort willkommen war und
ob die Bewohner gewillt waren, zukünftige Operationen durch
die Gcwährung von Tnformationen über sowjetische
Truppenbewegungen, Industrieeinrichtungen, zu unterstuetzen
oder als Führer bei Einsätzen mitzuarbeiten. Später
berichtete mir Wali über seinen ersten Vorstoß über den Amu
im Frühling 1984.
Wali entschied sich, ein Dorf zu besuchen, das er zuletzt
vor ungefähr zehn Jahren besucht hatte. Vielleicht lebten
dort noch ein oder zwei Familien, die er kannte. Aufgrund des
sowjetischen Hafens von Niz Pjands am gegenüberliegenden Ufer
war es schwierig, den Fluß in der Nähe von Sherkhan zu überqueren;
es mußte eine Stelle am Fluß mit zahlreichen Biegungen
ausgemacht werden und wo das Schilf oder der Wald bis ans Flußufer
reichten. Es wäre erforderlich, den Fluß bei Nacht zu überqueren,
weil es hei Tag wahrscheinlich Patrouillen der Grenztruppen
gab. Da der Fluß stellenweise 600 Meter breit war, mußte ein
Boot benutzt werden, weil die Wassertemperatur aufgrund der
Schneeschmelze ein Durchschwimmen unmoglich machte. Wali tötete
eine Ziege, trocknete ihre Haut und blies diese auf; er wollte
den Fluß wie die Soldaten Alexanders überqueren.
Wali machte sich während der Dunkelheit auf den Weg.
Innerhalb von zwei Stunden erreichte er das Schilf am Süduler,
welches seine Geichwindigkeit herabsetzte und Geräusche
verursachte. Als er endlich den Fluß erreichte, konnte er das
andere Ufer in nur 300 Meter Entfernung sehen - mußte also
nicht sehr weit schwimmen. Der Boden auf der gegenüberliegenden
Seite war flach und sandig, nach einem kurzen Marsch jedoch
kam er wieder zum Fluß. Für einen Moment war er völlig
perplex, er war sich sicher, daß er nicht im Kreis gelaufen
war, denn der Fluß vor ihm war nur cirka 100 Meter breit.
Dann kam ihm der Gedanke, daß er sich auf einer Insel
befinden konnte. Die Grenze zwischen Afghanistan und der
Sowjetunion verlief schon auf dieser Insel, er war bereits auf
gegnerischem Territorium. Ein weiterer Aufenthalt im Wasser,
gefolgt von einem zweistündigen Marsch, brachte ihn in das
Dorf. Wali blieb zwei Tage in dem Dorf, sein Bericht war
vorteilhaft. Seine Freunde würden den Koran begrüßen, und
sie würden auch diese Bücher weitergeben. Zwei Männer
hatten nach Gewehren gefragt, Wali konnte damals keine Zusagen
machen; wenn sich die Dinge gut entwickelten, könnten möglicherweise
Waffen folgen, in diesem Augenblick benötigte er nur
Informationen für künftige Planungen und Aussagen, ob die
Bevölkerung gewillt war, Führer zu stellen oder Schutz zu
bieten.
Die beiden Tage waren sehr aufschlußreich. Eine stark
frequentierte 25 Kilometer lange Straße verlief nordöstlich
zwischen Niz Pjands und der Stadt Dusti. In der Nähe von
Dusti befand sich ein Flugplatz. Eine oberirdische
Hochspannungsleitung verlief neben der stark befahrenen Straße.
In Dusti gab es eine Garnison der Sowjets, und die Freunde
Walis waren sicher, daß sich Militärflugzeuge auf dem
Flugplatz befanden. Sie erzählten ihm auch von einer
Eisenbahnlinie, die die Stadt Dusti mit Niz Pjands verband,
die cirka 40 Kilometer stromaufwärts an der Stelle, an der
Wali den Fluß überquerte, verlief. Parallel zu dieser
Eisenbahnline verlief ein Patrouillenweg der Grenztruppen, der
regelmäßig wegen der Nähe der Grenze überwacht wurde.
Andere Mudschahedin brachten ähnliche ermutigende
Neuigkeiten. Wir bekamen aus den USA den Koran und weitere Bücher
und transportierten sie in Mengen von I00 bis 300 Büchern in
kleinen Schlauchbooten über den Fluß. Die CIA hatte uns mit
den Booten versorgt, jedoch war man nicht in der Lage, die
angeforderten schallgedämpften Außenbordmotoren zu liefern.
Rund 5.000 Exemplare des Korans wurden verteilt, die anderen Bücher
fanden jedoch keinen Anklang. Ich war beeindruckt, wie viele
Menschen uns helfen wollten. Einige von ihnen wollten Waffen,
einige wollten sich den Mudschahedin in Afghanistan anschließen
und andere wollten an Operationen innerhalb der Sowjetunion
teilnehmen. Wir konnten die Wassertemperatur im Kessel erhöhen.
l985 wurde es klar, daß die Amerikaner kalte Füße
bekamen. Ich bat um weitere I ieferungen des Koran und
taktischen Karten des Grenzgebiets bis zu einer Tiefe von 30
km nördlich der Grenze. Während die Lieferung des Korans
kein Problem bereitete, erhielten wir jedoch keine Karten. Die
amerikanischen Satelliten machten zwar Aufnahmen dieser
Gebiete, aber irgendjemand an der Spitze der amerikanischen
Administration hatte Angst bekommen. Seit jener Zeit erhielten
wir keine Informationen mehr darüber, was nördlich des Amu
vorging. Die CIA hatte zuvor detaillierte Karten jedes Teils
von Afghanistans produziert, wenn wir jedoch ein Kartenblatt
mit einem leil der Sowjetunion anforderten, war dieser Teil
immer weiß (Karte 20). Die CIA ermutigten uns inoffiziell,
den Krieg in die Sowjetunion zu tragen, sie waren jedoch
bestrebt, alles zu vermeiden, was Rückschlüsse auf die USA
verursachten koennte. Als Ausrede fuhrte man Paragraphen an,
die es ihnen unmoglich machtcn, uns zu helfen.

Die Grenze Afghanistans zur Sowjetunion ist über 2000
Kilometer lang, etwa zur Hälfte bildet der Amu die Grenze.
Weiter im Westen ist die Grenzc mehr einc unberechenbare Linie
durch die Wüste und die Felsen des südlichen turkmenistan.
Meiner Meinung nach konnte man bei der Suche nach Zielen auf
sowjetischcm Territorium das Grenzgebiet in drei Abschnitte
teilen. Einmal in Richtung Osten. von der Provinz Takhar zur
Ostspitze der landzunge von Wakhan, wo Afghanistan und China
aneinander grenzten und das Grenzgebiet durch tiefe
Bergschluchten geprägt wird. Die Berge des Wakhan ragten bis
6000 Meter auf. Das Gebiet war sehr dünn besiedelt, und die
Schluchten und Täler waren oft bis zum Ende des Winters für
Monate abgeschnitten, sogar im weniger unwirtlichen Badakshan
weiter westlich gab es nur wenige bedeutende Ziele in der Nähe
der Grenze. Ebenso kreuzte die westliche Hälfte der Grenze
trockenes und unwirtliches Land. Nur um Kushka, wo die
Versorgungsbasis der sowjetischcn Streitkräfte in Afghanistan
lag, befanden sich Einrichtungen, auf die sich ein Angriff
lohnte. Es waren vielmehr die 500 zentralen Kilometer der
Grenze von Kilif im Westen und Faizabad im Norden. die den
Unterleib der Sowjetunion nach Caseys Bcschreibung bildeten. Während
des Jahres 1984 verwandte ich viel Zeit und Mühe auf die
Steigerung der Aktivitäten der Mudschahedin in den nördlichcn
Provinzen. Ich versuchte, General Akhtar durcn Bedeutung
klarzumachen und konnte die Zuteilung von schweren Waffen in
das Gebiet vergrößern. Auch in diesem Bereich bekamen nur
effektiv arbeitende Kommandeure schwere Waffen. Das Problem
war wieder einmal die große Distanz und die benötigte Zeit.
Der Winter schloss unsere Hauptversorgungsroute aus Chitral
und erforderte eine weit vorausschauende Planung. um grosse
Versorgungskonvois zu den vorgeschobenen Basen der
Mudschahedin am Amu zu bringen. Man brauchte sechs Monate, um
eine kleinere Operation zu planen und auszuführen, wohingegen
eine großangelegte Operation neun monate erforderte. AUS
diesem Grund zeigte unser Feldzug erst 1986 erste Zeichen des
Erfolges.
Als durch die geschilderten Kontakte dic ersten
optimistischcn Berichte kamen, führte ich viele Diskussionen
mit meinen Stab, wie wir den Bären anködern könnten. Wir
entschieden uns für eine allmähliche und vorsichtige
Steigerung der Angriffe, die über ein weites Gebiet verteilt
waren. Abhängig von unserer Erfolgsrate konnten wir dann die
Frequenz und die Tiefe der Angriffe erhöhen, obwohl ich die
sowjetische Reaktion mit großer Sorgfalt beurteilen mußte,
weil ich keine direkte Konfrontation provozieren wollte.
Der Fluß war immer ein Handelsweg gewesen. Nun,da der Amu
vorderer Rand der sowjetischen Versorgung war, vergrößerte
sich der Verkehr um das Fünffache. Jegliche sowjetischc
Fracht auf LKWs und Zügen musste in Richtung Amu. Die Schlüsselpunkte
waren die Moglichkeiten zur ueberquerung des Flusses, hauptsächlich
die Brücken bei Sherkhan und Hairatan (Termez). Die letztere
war eine neu erbaute' 1000 Meter langc Stahlbrücke, zwölf
Kilometer westlich von Termez. Sie wurde 1982 für den Verkehr
freigegeben, bekam den Namen Brücke der Freundschaft' und
wurde zur ersten Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen
den beiden Staaten. Der Bau verschlang 34 Millionen Rubel. die
Brücke beschleunigte jedoch den Güternachschub und
vergroesserte somit wesentlich die faehigkeiten der Sowjets,
ihre strategischc Position zu festigen. Die Sowjets konnten
zum erstenmal einen Ausladenbahnhof auf das Suedufer des Amu
verlegen. Heiraten wurde zum Hafen ausgebaut, um die Massen
der Gueter auf dem Fluß b bewältigen zu können. Die Brücke
war Ausgangspunkt der Salang-Autohahn nach Kabul. Zusätzlieh
zur Straße und zur Lisenbahn führte die Ölpipeline ueber
die Bruecke, was diese nach dem Salang- Tunnel zum
zweitwichtigsten Ziel der sowjetischen Versorgungslinie machte.
Ich begann im Frühjahr 1985 mit den langen Planungen zur
Sprengung der Bruecke. Ich bat die CIA um technischen Rat und
erhielt hinweise zu den erforderlichen Arten. Plazierungen und
Mengen von Sprengladungen. Sie versorgten mich weiterhin mit
wichtigen Details über die Strömungsgesehwindigkeiten, die
Wasserstände des Flusses und die günstigste Jahreszeit, die
Brüeke zu zerstören. Ein Experte hevorzugte den Angriff im
Sommer, wobei wenigstens zwei der Bögen gesprengt werden müßten,
vorzugsweise drei Bogen, um die Brücke zum Einsturz zu
bringen. Eine Sprengung der Brücke würde eine
Unterwassermission bei Nacht erfordern. Von der CIA erhieltert
wir keine guten Luftaufnahmen; in diesem Punkt mußten wir völlig
auf die örtlichen Kommnandeur vertrauen. Sie waren es auch
die uns von den Sicherheitsvorkehrungen an der Bruecke
berichteten. Es gab an der Brücke Alarm- und Feldposten in
Kompaniestärke auf dem afghanische Ufer, zusätzlich waren
permanent Schützenpanzer in Stellung. Wir konnten ebenfalls s
die Wachhäuschen auf der sowjetischen Seite entdecken. Ich
forderte die erforderliche Ausrüstung hei der CIA an. Ich
beorderte einen Kommandeur mit einem Team zu einer speziellen
unterwassersprengausbildung an einem vergleiehbaren Staudamm
innerhalb Afghanistans. jedoch wurde die gesamte Operation im
Spätherbst 1985 abgebrochen. General Akhtar erklärte mir später,
was passierte, als der Präsident davon erfuhr und sofort sein
Veto einlegte. Er war besorgt, daß ein Erfolg an der Brücke
eine Serie von Sabotageakten an Brücken innerhalb Pakistans
ausloesen wuerde. Ich war nicht dieser Meinung, konnte jedoch
nicht widersprechcn. Wieder einmal wurden meine Bemuehungen,
einen der beiden Schlüsselpunkte der Salang-Autohahn, den
Tunnel oder die Brücke zu sabotieren. unterbunden.
Die Lastkähne und Schiffe waren eine Moegliclkeit, sich
der Bruecke zu naehren, obwohl der lebhafte Verkehr und die
Sicherungsmassnahme in der Nähe der Uebergangsstellen
bedeutete, daß auch diese Angriffe verdeckt im Schutze der
Dunkelheit ablaufen müssten. Dies erforderte Haftminen, die
von einem kleinen Schlauchboot oder von einem Schwimmer
unterhalb der Wasseroberflaeche an den Seiten der Schiffe
angebracht werden mussten. In diesem Punkt Ieistete der Ml-6
einen kleinen, jedoch effektiven Beitrag bei der Zerstörung
einer Anzahl von beladenen Lastschiffen am sowjetischen
Ufer des Amu im Jahre 1986. Andere wurden durch das Feuer von
rueckstoßfreien Geschützen aus Stellungen im Schilf und in
den Sümpfen in der Naehe des südlichen Flußufers versenkt.
Weil uns die Amerikaner keine Karten oder Luftbilder vom
sowjetischen Gebiet zur Verfügung stellten, musste ich meine
Ziele nördlich des Amu selbst aufklaeren. Ich mußte mich auf
Informationen verlassen. die vorn vorangegangerlen Operation
mitgebracht wurden. wie sie auch Wali Beg nach sener ersten
Mission lieferte. Während des Jahres 1986 wurden rund 15
Kommandeure in Pakistan speziell fuer derartige Operationen
ausgebildet. Insbesondere konzentrierten wir uns darauf,
Eisenbahnzüge entgleisen zu lassen. Ein großer Anteil der
Fracht kam mit der Eisenbahnlinie von Samarkand nach Termez,
wobei auch eine weitere Eisenbahnlinie entlang des nördlichen
Ufers des Amu innerhalb unserer Reichweite lag. Wir hatten
Erfolg bei mehreren dieser Angriffe, jedoch schlugen zwei
grossangelegte Operationen fehl, weil die Sowjets zu schnell
reagierten und den Angreifern den Rückweg abschnitten. Ich
bin sicher, daß sie gewarnt wurden.
Die Kommandeure wurden mit chinesischen 107 mm-Einfachraketenwerfern
und ägyptischen 122 mm-Raketenwerfern ausgerüstet, bevor sie
die Kampfentfernungen von neun beziehungsweise elf Kilometern
hatten, so daß die Mudschahedin ihre Feuerstellungen auf der
Südseite des Flusses wählen konnten und immer noch in die
Sowjetunion hineinschießen konnten. Einheiten überquerten
den Amu, um die Grenzposten zu treffen, um Panzerabwehrminen
und Schützenminen zwischen den einzelnen Stellungen zu legen
und um die Stromversorgung zu unterbrcchen. Entgegen des
Ratschlags der CIA stationierten wir mehrere Stinger-Flugabwohrraketen
im Norden in der Nähe des Amu. Im Dezember 1986 überquerten
30 Mudschahcdin in Gummibooten in der Nähe des Stutzpunktes
von Wakhan den Amu, um zwei Wasserkraftwerke in Tadschkistan
anzugreifen. Dieser Angriff beinhaltete auch zwei kleine
sowjetische Stellungen. in denen 18 moslemische Soldaten
kapitulierten und sich den Mudschahedin zum Kampf im Jihad
anschlossen.
Viele der Operationen wurden aus dem Bezirk vom Hazrat Imam
in der Provinz Kunduz geführt, von dort kam auch Wali Beg.
Ein sehr attraktives Ziel für Raketenangriffe war die kleine
sowjetische Stadt Niz Pjands. die zwischen Baumwollfeldern 100
Meter vom Nordulier des Amu lag. Von besonderer Bedeutung war
der Flugplatz am Nordrand der Stadt, der von Zeit zu Zeit von
militärischen Flugzeugen und Hubschraubern genutzt wurde. um
Vergeltungsschläge auf die Städte rund um Kunduz durchzuführen.
Westlich der Stelle, wo Wali zuerst den Amu mit seiner
Ziegenhaut überquert hatte, liegt der Hafen von Sherkhan, mit
der sowjetischen Stadt Niz Pjands am einen Ende (Karte 19).
Die Hauptstraße aus Kunduz verläuft nach Norden bis zum Fluß
in der Gegend Sherkhan, bevor sie sich nach Westen fünf
Kilometer bis hin zu den Hafenanlagen erstreckt. Dort befand
sich eine stark frequentierte Fähre. Die Sowjets bauten eine
Pontonbrücke, um eine Straße benutzen zu könncn, die aus
Niz Pjands herausführte, erst nordöstlich nach Dusti, danach
nordwestlich, bis sie die Uferstraße wird. die dem Nordufer
des Amu bis nach Termez und darüber hinaus folgt. Die
Bedeutung für die Sowjets lag darin, daß über diese Straße
die 201. Mot-Schützendivision in Kunduz versorgt wurde und
sie zur Salang-Autobahn fuehrte, wo sich das Haupttreibstoff-
und Fahrzeugdepot der Division in Pul-i-Khumri befand.
Ich hielt es für notwendig, daß der Treibstofflagerkomplex
bei Sherkhan/Niz Pjands angegriffen werden müßte. Der
Treibstoff wurde in Tanks und offenen Lagern auf beiden Seiten
des Flusses gelagert. Eine Einheit der sowjetischen
Grenztruppen war in der Nähe der Nordseite der Pontonbrücke
stationiert. Die Darstellung des Gebietes auf der Karte 19
gleicht der Karte der CIA, wobei das gesamte Territorium
nordlich des Flusses freigelassen wurde. Ich mußte
potentielle Ziele und weiter geländegegebenheiten aus den
Quellen der Mudschahcdin selbst auf den Kartcn eintragen. Die
konzentrischen Kreise wurden gezogen, um dem Kommandeur bei
der Entfernungsschätzung zu seinem ausgewählten Ziel zu
assistieren. Durch die Benutzung dieser Karte und die
Ortskenntnisse des Kommandeurs war es nicht schwierig.
Wechselstellungen für seine Raketenwerfer herauszufinden und
mögliche Annäherungswege auf der Karte zu erkennen. Wir
konnten ihm Sehußwinkel und Entfernung von Jeder Position zum
Ziel angehen. Dies war wichtig, weil nur wenige Mudschahedin
eine Karte lesen konnten, wenn wir jedoch die technisehen
Daten für den Feuerschlag zur Verfügung stellten, konnten
sie gute Resultate erzielen.
Bei diesem Beispiel wurde auf die Einrichtungen in Niz
Pjands (im weißen Gebiet nördlich der Brücke) geschossen,
wobei Ziele in der Sowjetunion getroffen wurden. solange sich
der Raketenwerfer innerhalb eines Radius von sieben Kilometern
befand. Dem Kommandeur wurde es selbst überlasscn, welche
Ziele er angriff, aus welcher Feuerstellung er schoß und wann
er seine Angriffe durchführte. Wir baten ihn z.B., daß er
ein- oder zweimal in der Woche einen Feuerüberfall durehführte,
gaben ihm jedoch keine spezifischcn Zeiten. Sechs Wochen nach
unserer Einweisung und der Befehlsgebung an den Kommandeur in
Pesehawar begannen Raketen auf Niz Pjands niederzuregnen.
Diese Angriffe über die Grenze hatten ihren Höhepunkt während
des Jahres 1986 Zahlreiche Angriffe wurden über den Amu geführt.
In einigen Fällen beteiligten sich sowjetsche Staatsbürger
an den Operationen oder kamen nach den Angriffen nach
Afghanistan, um sich den Mudschahedin anzuschließen. Wie ich
bereits vorher beschrieben habe. gab es wenigstens einen
Zwischenfall, wo sowjetische Soldaten überliefen. Daß wir
einen sehr sensiblen Punkt der Sowjets getroffen hatten. wurde
durch die sowjetische Reaktion bestätigt. Nahc Zu jede
Verletzung sowjetischen Hoheitsgebietes provozierte eine
massive Bombardierung und Angriffe mit Kampfhubschraubern auf
Dörfer südlich des Amu in der Umgebung unseres Angriffes.
Dies waren reine Vergeltungshandlungen, die Häuser zerstörten,
Menschcn töteten und die Uberlebenden zur Flucht bewegen
sollten, so daß ein Gurtel von 'verbrannter Erde' entlang des
Amu entstand. Die Sowjets wollten verhindern, daß die
Mudschahedin operieren könnten. Ihr Ziel sollte es sein, die
Bevölkerung zu demoralisieren, so daß unsere Angriffe
unterblieben.
Was die Zerstörung der Dörfer, das Toten von Frauen und
Kinder und das Vertreiben der Bewohner in pakistanische Flüchtlingslager
betraf. so hatten die Sowjets Erfolg. Ihre Ziele, unsere
Angriffe zu stoppen oder die Mudschahedin zu schwächen
erreichten sie nicht. Wir köderten den Bären bis zum April
1987, als eine eher politische als militärische Reaktion der
Sowjets dazu führte. daß ängstliche pakistanischc Politiker
dic Angriffe stoppten. Möglicherweise brachten unsere
Angeriffe im April die Sowjets ernsthaft in Gefahr.
Gegen Ende des Jahres 1986 planten wir. die Operationen in
der Sowjetunion im folgenden Fruenhling durchzuführen. Mit
diesen Hintergedanken wurden die Kommandeure ausgebildet,
Befehle gegeben und mit den notwendigen Waffen und Munition
versorgt, bevor der Winter einbrach. Wir hofften, daß wir im
April die Offensive gegen drei Ziele starten könnten. Der
erste Angriff schloß einen Beschuss mit Raketenwerfern auf
einen Flugplatz mit dem Namen Shurob 0st, 25 Kilometer
nordwestlich von Termez, in der Nähe der sowjctischen Stadt
Gilyamhor, ein. Es handelte sich hierbei um kein besonders großes
Flugfeld, es wurde jedoch benutzt uml lag nur drei Kilometer nördlich
des Amu, so daß die Feuerstellungen noch in Afghanistan sein
konnten. Anfang April wurde dieser Beschuß erfolgreich
durchgeführt, wobei die Start -und Landebahn innerhalb von
zehn Tagen mehrere Male beschossen wurde.
Beim zweiten Angrifl Iegte eine Einheit von 20 Mudschahedin,
die mit Panzerabwehrhandwaffen und Panzerminen bewaffnet waren,
einen Hinterhalt an der Grenzstraße ostwärtig von Termez,
zwischen der Stadt und der Grenze nach Tadschikistan. Sie
sollten die Minen zwischen zwei Sicherungsposten legen, darauf
warten, daß Fahrzeuge auf die Minen fuhren, das Feuer eröffnen
und sich zurückziehen. Hier fuhr von drei ungepanzerten
sowjetischen Fahrzeugen eines auf eine Mine, zwei weitere
wurden durch die Granaten der RPGs zerstört. Es wurde
berichtet, daß mehrere Sowjetsoldaten getötet oder verletzt
wurden, der nahegelegene Posten eröffnete das Feuer mit
Maschinengewehren und Granantwerfern, worauf sich die
Mudschahedin über den Amu zurückzogen. Diesem zweiten
Angriff folgte der dritte, welcher der ehrgeizigste Angriff
war. Es handelte sich hierbei um eine Mission, deren
Auswirkungen noch in einem 20 km Umkreis nördlich des Amu zu
spüren waren und ein industrielles Ziel in der Nähe des
Flugplatzes von Woroschilowabad einschloß (Karte 21). Dies
war der Auftrag für Wali Beg.
1986 war Wali ein selbständiger Kommandeur, der rund 300 Männer
führte. Er war nach seiner ersten Aufklärungsmission 1984
noch fünfmal in der Sowjetunion gewesen. Sein Einsatzgebiet
war die Region zwischen dem Amu nördlich von Sherkhan und der
sowjetischen Stadt Kurgan-Tjube. Es handelte sich hierbei um
ein Gebiet mit nicht weniger als neun Flugplätzen.
Industrieeinrichtungen. Depots der Eisenbahn, sowie Elektrizitätseinrichtungen
(Karte 21). Der Bereich war voll mit potentiellen Zielen und
ich hoffte, daß Wali in der Lage war, weitaus tiefer
einzudringen als es uns bisher gelang. Ich konnte nicht genau
erklären, was zu erwarten war oder wo er exakt lohnende Ziele
finden würde. Ich gab ihm als einzige Richtlinien, daß er
sich Zeit bei der Aufklärung lassen sollte, daß er Kontakt
zu seinen Freunden herstellen sollte, daß er ein lohnendes
Ziel und Feuerstellungen sowie die An- und Abmarschwege finden
sollte. Das detaillierte Planen überließ ich Wali, der sich
als gewitzter Taktiker erwies.
Anfang April üherquerte er mit zwei Mudschahedin den Amu
in einem kleinen Aufklärungsboot nicht weit von der
Stelle, wo er drei Jahre früher schon einmal den Amu überquert
hatte. Sie blieben eine Nacht bei Freunden, dann gingen Wali
und ein Mudschahedin mit ihrem Führer Richtung Norden, um
eine Stelle zu erreichen, von der aus man die Ebene unter
ihnen in Richtung Westen beobachten konnte. Es war ein klarer
Frühlingsmorgen. Sie konnten die Straße von Niz Pjands nach
Kurgan Tjube in fünf Kilometer Entfernung von ihrem Standort
sehen. Sogar zu dieser frühen Morgenstunde gab es militärischen
Fahrzeugverkehr. Sie marschierten sehr zügig mehrere Stunden,
wobei sie die Ziegen- und Schafspfade benutzten, bis sie zwölf
Kilometer zurückgelegt hatten und das Zentrum der Ebene östlich
von Kolchosabad überblickten. Sie hatten nur einige
Schalhirten getroffen, denen ihr Führer einen Gruß im Vorübergehen
zuriet.
Wali und seine Kameraden hatten keine Karte, sie kannten
auch nicht die Namen der sowjetischen Industriegebiete, der
Fabriken oder Flugplätze, die zwischen den Baumwollfeldern in
der Ebene unter ihnen verstreut waren. Wali mußte ein Ziel
finden, an das man in der Nacht bis auf neun Kilometer
herankommen, schießen und sich noch während der Dunkelheit
zurückziehen konnte. Er beobachtete das Gelände durch das
Fernglas, er konnte Fahrzeuge auf der Straße rund sieben
Kilometer von seiner Stellung entfernt beobachten. und er sah
einen kleinen landestreifcn für Flugzeuge auf dem gerade ein
Flugzeug landete. Dahinter jedoch, in der Nähe des
Flugplatzes befand sich eine Anzahl hoher Schornsteine, aus
denen schwarzer Rauch quoll. Vor dem Flugplatz in der Nähe
der Straße, und auf der gegenüberliegenden Seite waren
mehrere lange, graue Gebäude mit einer Anzahl kleinerer,
qualmender Schornsteine. Es mußte sich um irgendeine Fabrik
handeln. Wali nahm den Schußwinkel. Von der Stelle, auf der
er stand, befanden sich die Fabrik. das Flugfeld und die hohen
Schornsteine mehr oder weniger in einem Schußwinkel von 283
Grad. Wie war nun die Entfernung zur Fabrik? Es war schwer,
dies genau festzustellen, es waren jedoch nicht mehr als neun
und nicht weniger als sieben Kilometer. Die Ziele verteilten
sich über einen größeren Bereich und es sah so aus, als ob
sich eine Menge Industriegebäude in der Umgebung der Fabrik
befanden. Wenn er die Fabrik verfehlte, gab es immer noch einc
gute Chance, ein anderes wichtiges Ziel zu treffen. Das würde
ausreichen. Die Feuerstellung war leicht auszumachen und
konnte irgendwo auf dem Pfad liegen auf dem er stand. Wali und
seine Begleiter beeilten sich auf dem Rückweg, überprüften
den Weg, notierten markante Geländepunkte und nahmen die Zeit,
die sie benötigten. Sie waren noch vor Einbruch der
Dunkelheit wieder zurück, ein Marsch von ungefähr acht
Stunden.
Wie viele Kommandeure mußte auch Wali die An- und
Abmarschwege von und zum Ziel beurteilen. Der eigentliche
Feuerüberfall war im Gegensatz dazu recht einfach. Es war
lediglich eine Frage von Zeit und Raum. Sie würden leicht
bewaffnet angreifen, nur mit ihren persönlichen Waffen und
zwei in China hergestellten 107 mm-Einfachraketenwerfern.
Diese waren ideal, weil sie eine Schußweite von neun
Kilometern hatten und von zwei Männern getragen werden
konntcn, wobei einer das Zweibein trug und der andere das
Rohr. Wali dachte ernsthaft darüber nach, nur einen Werfer zu
nehmen, aber der Gedanke an einen Ausfall im entscheidenden
Moment veranlaßte ihn dazu. sicher zu gehen. Er wollte bis zu
30 Raketen abfeuern, was bedeutete, daß er bei einer Traglast
von einer Rakete pro Mann wenigstens 34 Mudschahedin benötigte.
Mit vier leichten Aufklärungsbooten würde er eine gesamte
Nacht benötigen, um seine Männer und Waffen über den Amu zu
bekommen und sicher in eine gebüschbewachsene Schlucht beim
Dorf seines Kontaktmannes zu gelangen. Sic würden im Schutz
der Schlucht ihr Tagesversteck beziehen und sofort nach
Einbruch der Dunkelheit gegen 19.00 Uhr ahmarschieren. Dies würde
ihnen elf Stunden Zeit lassen, um zu feuern und zurückzukehren,
wobei zu beachten ist, daß sie in der Nacht marschierten und
ihre Raketenwerfer? Raketen und Gewehre tragen mußten.
Bei Tage benötigten die drei Mudschahedin damals elf
Stunden, so daß die Zeit knapp wurde, wenn sie jedoch eine
Stunde vor Beginn der Morgendämmerung anhielten, um ein
Versteck zu finden. würde dies ausreichen. Wali war sicher,
daß er für einen weiteren Tag in den Bergen ein Versteck
beziehen mußte, bevor er in der dritten Nacht wieder den Amu
überqueren konnte.
Die Operation wurde Mitte April durchgeführt. Nachdem die
Aufklärungsboote im Schilf in der Nähe einer Sandbank in der
Nacht zuvor schon vorbereitet wurden, überquerten Wali und
seine Männer in der darauffolgenden Nacht den Amu und trafen
ihren Führer. Dieser führte sie sicher zwischen den
sowjetischcn Grenzposten hindurch in ihr Bergversteck. Die
Mudschahedin verbrachten einen gluhendheißen Tag unter ihren
Decken zwischen den Felsen in der schmalen Schlucht.
versuchten zu schlafen und aßen und tranken.
Sie benötigten fünf Stunden, um die Feuerstellung zu
erreichen. Der nächtliche Himmel wurde durch Myriaden von
Sternen erhellt, während die Ebene unter ihnen von hunderten
elektrischer Lichter erhellt wurde. Beide Einfachraketenwerfer
wurden aufgestellt und jeweils 15 Raketen schußbereit gemacht.
Wali nahm den Schußwinkel, begab sich dann zu jedem Werfer,
um das Richten zu überprüfen. Er führte eine Höhenkorrektur
für den einen Werfer auf acht Kilometer Schußentfermlng und
für den anderen Werfer auf 7,5 Kilometer Schußentfernung
durch, um die Chance, die Fabrik mit wenigstens einigen der
Raketen zu treffen, zu vergrößern.
"Allah u Akbar - Feuer". Mit ihrem unverkennbaren
Geräusch zischten zwei Raketen in ihren graziösen Bahnen in
den Himmel. Alle Augen folgten ihrer Bahn. bis sie in der
Dunkelheit verschwanden und der weiße Blitz beim Einschlag
und bei der Explosion für einen Moment zu sehen war. Wali
hatte wegen ihrer Brandwirkung zehn Nebelraketen mitgenommen
und er hoffte, zusammen mit den Sprengraketen einige Gebäude
in Flammen setzen zu können. Von nun an schossen beide Werfer
unabhängig voneinander, bis alle Raketen verbraucht waren, während
Wali durch sein Doppelfernrohr das Zielgebiet beobachtete.
Irgendetwas im Zielgebiet brannte, jedoch konnte Wali nicht länger
als ein paar Minuten beobachten, gerade nur solange, bis er wußte
daß der Feuerschlag erfolgreich war.
Der Rückmarsch in das Tagesversteck verlief ohne Zwischenfälle.
Wie Wali schon im voraus vermutet hatte. blieb nicht mehr
genug Zeit, um den Fluß noch bei Nacht zu überqueren, so daß
sie einen zweiten Tag in ihrem Tagesversteck zwischen den
Felsen und Gebüschen aushielten. Von dort beobachteten sie
den Beginn der sowjetischen Reaktion. Eine Stunde nach Anbruch
des Tages begannen die Einsätze sowjetischer
Kampfhubschrauber und KampfLomber südlich des Amu, wobei sie
das Gebiet rund um Imam Sahib sowie die Berge dahinter
bombardierten. Den gesamten Tag flogen die Flugzeuge ihre Einsätze,
bcschossen jedes Dorf, jede Schlucht, die ein Versteck für
die Mudschahedin sein konnte - sie ruinierten die bereits
zerstörten Gebäude, in denen nur noch eine Handvoll Menschen
lebten, völlig. Im Jahre 1987 waren die meisten von ihnen
schon längst nach Pakistan, Kunduz oder Kabul geflohen. Die
Bombardierungen dauerten eine Woche. Walis Schnitt in den
weichen Unterleib'war sehr tief, und das Wutgebrüll des Bären
war laut.
Nachdem sie den Fluß überquert hatten und die Gruppe auf
ihrem Weg nach Imam Sahib war, ereignete sich am nächsten Tag
das Desaster. Die Mudschahedin wußten noch nicht, daß die
sowjetischen Hubschrauber Hunderte von Schützenminen
einfachster Bauart, meistens jedoch die Schmetterlings-Minen,
abwarfen. Diese bekamen ihren Namen von den kleinen Flügeln,
die die Minen sanft herabschweben ließen. Diese Minen waren
in brauner oder grüner Farbe gehalten, so daß diese
furchtbaren Waffen sich der Erde oder den Steinen anpaßten
und leicht die Füße desjenigen abreißen konnten der darauf
trat.
Genau das passierte Wali, ein Blitz, ein Knall und Wali
brach zusammen, wobei sein linker Fuß nur noch an einem Stück
Sehne und Haut hing. Schnell wurde abgebunden und mit Hilfe
eines scharfen Messers der Fuß abgetrennt, bevor das Gefühl
der Benommenheit der Verletzung fort war. Das war das Beste,
was seine Kameraden tun konnten. Eine Decke wurde zwischen
zwei Gewehre als Behelfstrage gewickelt, woraufhin ein langer
anstrengender und kraftraubender Marsch in die Berge folgte.
Sie wurden weitere sechs Tage aus der Luft gejagt, wobei vier
weitere Männer verwundet wurden. Wali hätte es vorgezogen zu
sterben, er wäre ein Shahid geworden; Allah hätte ihn
sicherlich willkommen geheißen. Nun war er nur noch ein Krüppel,
der nicht mehr wußte, wofür er leben sollte. Er konnte nicht
einmal Sowjets töten.
Obwohl der Wille zum Leben nicht mehr vorhanden war und es
mehrere Wochen dauerte, bis er auf dem Rücken eines Pferdes
in Pakistan ordentliche medizinische Behandlung erhielt, überlebte
Wali. Einige Wochen nach meinem Ausscheiden aus der Armee
erfuhr ich die Geschichte dieses Angriffes auf die Sowjetunion
von Wali selbst, als er in einem Lager das Teppichknüpfen
lernte. Wäre er ein regulärer Soldat gewesen, hätte er
einen hohen Orden für seine Verdienste bekommen. Wali wußte
aber nur, daß sein Angriff zu erfolgreich und zu gewagt
gewesen war. Durch einen der seltsamen Winke des Schicksals
besuchte am. 25 April 1987 der sowjetische Botschafter in
Islamabad unseren Außenminister und am gleiehen Tag wurde
meine Beförderung zum Generalmajor abgelehnt.
Der Angriff Walis hatte beträchtlichen Schaden verursacht
und eine Anzahl von sowjetischen Verletzten gefordert, obwohl
ich niemals in der l age war, genau festzustellen, wie viele
es waren. Die Nebelgranaten verursachten ein Feuer, dem
mehrere Gebäude zum Opfer fielen, jedoch war es die
Uberraschung, die Kühnheit und die Tiefe der Operation (über
20 km) innerhalb der Sowjetunion, die den Gegner auf das äußerste
reizten. Es war der dritte erfolgreiche Angriff innerhalb von
drei Wochen, und der sowjetische Rotschafter bekam aus Moskau
Befehle, die erforderliche Sprache zu sprechen, um sofort zukünftige
Attacken zu unterbinden.
Er ließ unsercn Außenminister Sahibsada Yakoob nicht im
Zweifel darüber, daß bei einer zukünftigen Operation auf
dem Territorium der Sowjetunion die Konsequenzen für die
Sicherheit und Unabhängigkeit Pakistans schrecklich sein würden.
Dies war die Drohung mit einem Angriff durch die sowjetische
Armee. Diese Art der Drohung bestätigte, daß unsere Angriffe
wirklich wirksam waren und den Gegner schmerzten. Sie waren
weniger besorgt über die verursachten Schäden, sondern
vielmehr über die Wirkung der Angriffe auf die moslemische
Bevölkerung. Wenn die Angriffe weiterhin kontinuierlich
fortgesetzt worden wären, wäre ein allgemeiner Aufstand in
diesem Bereich der Sowjetunion wahrscheinlich gewesen. Die
sowjetische Drohung verursachte Panik im Außenministerium.
Unser Premierminister wurde informiert, daß Pakistan möglicherweise
an der Schwelle eines Krieges sei, worauf dieser sofort
General Gul, der gerade General Akhtar beim ISI abgelöst
hatte, befahl, alle Operationen sofort zu beenden.
Gul benachrichtigte mich spät in der Nacht in Peshawar, wo
ich gerade einige Operationen mit dem Militärkomitee plante.
Er befahl mir, die Angriffe sofort einzustellen, worauf ich
antwortete, daß dies unmöglich sei.
Ich konnte mit all den einbezogenen Kommandeuren nicht in
Verbindung treten und die Weiterleitung dieses Befehls würde
Wochen dauern. Dies beunruhigte Gul vollendens, weil sein Kopf
rollen würde, wenn die Anordnung des Premierministers nicht
befolgt würde, er verlangte, daß ich bis zum Morgen die
Angriffe stoppte. Ich
konnte ihm wiederum nur entgegnen, daß dies unmöglich
war, fügte jedoch hinzu, falls ein Angriff geschehe, wurde
kein Kommandeur oder keine Partei sich die Fehler zuschreiben
können. Ich sagte ihm, daß ich die Nachricht auf schnellstem
Wege weiterleiten würde. Ich hielt den sofortigen Abbruch
aller Bemühungen für überhastet, weil wir das Gesetz des
Handels an den Gegner verlieren würden. Nach der Rückkehr
nach Islamabad versuchte ich General Gul vom enormen Vorteil
derartiger Operationen zu überzeugen. Ich wollte unsere
Kontakte nicht abbrechen oder alles stoppen, gerade zu dem
Zeitpunkt, als der Gegner Wirkung zeigte. Natürlich sprach
ich als Soldat und nicht als Politiker, und ich wußte, daß
die pakistanische Armee einem sowjetischen Bodenangriff nicht
entgegentreten konnte, ich glaubte jedoch, daß die Sowjets
blufften.
Sogar die CIA wurde nervös. Der Chef der CIA warnte mich
vor dem Beginn eines Dritten Weltkrieges, wenn wir diese
Operationen auf sowjetischem Territorium fortsetzten. Es gab
keine weiteren Operationen. Wenn ich jetzt zurückblicke,
glaube ich, daß ich recht hatte; die Sowjets hätten niemals
Pakistan angegriffen. Innerhalb weniger Monate stimmten sie
dem Rückzug aus Afghanistan zu, und ich konnte nicht erkennen,
daß Gorbatschow den Konflikt wieder eskalieren lassen und die
Welt an den Rand eines Weltkrieges bringen wollte. Ich war mir
sicher, daß dies das I etzte war, was er wollte. Ich bin überzeugt,
daß unter General Akhtar als Direktor des ISI solche
Operationen weiterhin möglich gewesen wären, vielleicht in
geringerem Maße.
Diese Angriffe waren tür mich der Höhepunkt meiner
Karriere beim ISI. Mein Büro beim ISI war der einzige militärische
Stah in über 40 Jahren, der militärische Operationen gegen
eine kommunistische Supermacht plante und koordinierte. Der größte
Teil der Operationen war erfolgreich, sie verwundeten den Bären
und sie bewiesen die Wirksamkeit von wohlgeführten
Guerillaangriffen, die in keinem Verhältnis zu der lruppenstärke
standen. Diese klein angelegten Angriffe von Kommandeuren wie
Wali Beg, konnten die Entscheidungen im Kreml derartig
beeinflussen, daß ihnen keine andere Möglichkeit mehr blieh.
Das allein war Lohn genug. |