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 Militärische Kartensymbole  
    Einführung 
   Prolog 
    Die Anfänge
    Die Mudschahedin 
    Die Ungläubigen 
    Ein Weiteres Vietnam
    Die Rolle der CIA
    Der Waffennachschub
    Ausbildung und Taktik 
    Die Fehden
    Kabul, der Schlüssel
    Der Bär greift an
    Wunderwaffen 
    Den Bär ködern 
    Der Bär zieht ab 
    Zwei Zwischenfälle
    Nachwort
 
 
 Einführung
 
Der Tod durch tausend Nadelstiche - dies ist die Taktik, die (iuerillaverbände durch die Zeiten hindurch gegen überlegene konventionelle Streitkräfte angcwendet haben. In Afghanistan war es der einzige Weg, den sowjetischen Bären in die Knie zu zwingen; der einzige Weg, eine Supermacht durch unzureichend ausgebildete, kaum disziplinierte und schlecht ausgerüstete Stammesangehörige, deren unbezwingbarer Kampfgeist auf ihrer Tradition als Krieger beruhte, auf dem Gefechtsfeld zu besiegen. Hinterhalte, Anschläge, Angriffe auf Versorgungs-Konvois, Brükken, Pipelines, Flugplätze, und das Vermeiden von offenen Gefechten sind die historisch erprobten Taktiken für den Guerillakämpfer. In den Jahren 1983 bis 1987 war es meine Aufgabe, diese Aktivitäten zu planen und zu koordinieren.

Ich kommandierte als Brigadegeneral eine Infanteriebrigade der Pakistanischen Armee, als ich unerwartet zum Afghanischen Büro des Inter-Services-Intelligence (ISI) versetzt wurde. Ich ging nur widerwillig und mit einigen Vorahnungen. Der ISI hat, wie die meisten verdeckt arbeitenden Nachrichtendienste, einen eher bedrohlich wirkenden Ruf. sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Dienstes. Im allgemeinen wird der ISI als effektivster Nachrichtendienst in der Dritten Welt betrachtet. Der Nachrichtendienst besteht aus Hunderten von Offizieren und Tausenden von zivilen sowie militärischen Mitarbeitern. Der Chef des Nachrichtendienstes - der Generaldirektor - war Generalleutnant Akhtar Abdul Rehman Khan. der als mächtigster Mann der bewaffneten Streitkräfte täglich Kontakt mit Präsident Zia hatte.

Als ich die Neuigkeit meiner Versetzung über Telefon bekam, war ich als Brigadekommandeur währcnd einer Divisionsübung bei Quetta eingesetzt. Ich konnte die Nachricht nicht glauben und beauftragte einen Stabsoffizier. dies zu überprüten, weil ich weder eine nachrichtendienstliche Ausbildung, noch jemals ein Treffen mit dem Nachrichtendienst hatte und somit glaubte, daß es sich um einen Irrtum handelte. Es war jedoch kein Irrtum. Ich mußte mich inncrhalb von 72 Stunden in Islamabad melden. Für eine Zeitlang dachte ich, das Ende meiner militärischen Karriere wäre gekommen. Ein solcher Posten ist im allgemeinen bei Offizieren nicht sehr beliebt, weil man sich dort nlehr Feinde als Freunde macht. Uber Nacht wird man in den Augen der l~ntergebenen zu einer anderen Person. Sogar von Vorgesetzten außerhalb des ISI wird man mit Vorsicht betrachtet, da ein Teil der Tätigkeit des ISI darin besteht, die Zuverlässigkeit der Generäle gogenüber dem Regime sorgfältig zu überprüfen. In jenen Tagen des Kriegsrechts unter Zia herrschte Besorgnis, sogar Angst über das, was der ISI wirklich durchführen konnte.

Am nächsten Tag rief mich General Akhtar an und ich nutzte die Gelegenheit, um ihm zu sagen, daß ich weder die Erfahrung noch die richtige Einstellung zum Dienst im ISI hätte. Seine kurzangebundene Antwort war, daß auch er damals als Generaldirektor ohne Vorkenntnisse seine Arbeit aufnahm. Er versicherte mir, daß die Aufgabe, die er für mich vorgesehen haste, mir gefallen würde und so war es auch.

Es stellte sich heraus, daß ich nicht direkt in die Sammlung von Nachrichten einbezogen war. Mein Dienst, Monat um Monat, Jahr um Jahr, hetraf Operationen gegen die zweitgrößte Supermacht dcr Welt, die UdSSR. Fs war die größte Herausforderung meines Lebens. Dic Verantwortung war lür mich erschreckend. Als Direktor des Afghanistan-Büros des ISI war es meine Aufgabe, nicht nur die Mudschahedin (Soldaten Gottes) zu bewaffnen und auszubilden, sondern auch ihre Operationen innerhalb Afghanistans zu planen. Wenn ich auf meine Karte und die gegnerische Gefechtsgliederung sah, zählte ich nicht weniger als einen Vier-Sterne-General, fünf Drei-Sterne-Generäle und um die 15 Zwei-Sterne-Generäle der Sowjets, ganz zu schweigen von wenigstens 25 afghanischen Generälen, die mir gegenüberstanden und von ihrer Erfahrung und Ausbildung her weit überlegen waren.

Während meiner Zeit beim ISI hatte ich den Auftrag, eine militärische Strategie zur erfolgreichen Bekämpfung der Sowjets zu formulieren und durchzuführen. Mein Ziel war es, Afghanistan zum Vietnam der Sowjets zu machen. Die Operationen richteten sich natürlich ebenso gegen die kommunistische Afghanische Armee, ich fühlte jedoch, daß mein Hauptfeind die UdSSR war. Ohne die massive Präsenz der UdSSR in Afghanistan wäre der Konflikt lange, bevor ich mein Amt im Oktober 1983 übernahm, beendet gewesen. Obwohl ich mir darüber im klaren war, daß die Politik Einfluß auf den Ausgang der Kämpfe hatte, war ich selten in den politischen Entscheidungsprozess einbezogen. Im Laufc der Zeit machten die Launen und Vorurteile der Politiker, einschließlich der Führer der Mudschahedin, die Kämpfe gegen die UdSSR zu einem Alptraum aus Frustrationen und Enttäuschungen. Dies galt nicht für General Akhtar, meinen einzigen Vorgesetzten während meiner Zeit beim ISI, der mich vor den politischen Intrigen schützte, vor denen ich mit Sicherheit innerhalb von Monaten resigniert hätte. Unabhängig davon ist es für den Leser wichtig zu wissen und zu verstehen, daß es sieben politische Parteien der Mudschahedin gab, die ihr Hauptquartier in Pakistan hatten. Von diesen können vier grob als islamische Fundamentalisten bezeichnet werden, während drei als gemäßigt gelten. Sie werden im Text als Parteien oder Parteiführer bezeichnet. Diese Führer sind nicht zu verwechseln mit den Kommandeuren der Mudschahedin auf dem Gefechtsfeld, die alle einer Partei angehörten.

Bis ich Ende 1987 in den Ruhestand trat, versuchte ich, die rivalisierenden Gruppen der Mudschahedin zu organisieren und zu verbünden, damit sie auf dem Gefechtsfeld einheitlich operieren sollten. Mit einem Stab von 60 Offizieren und 300 Unterof fizieren und Soldaten der Pakistanischen Armee mußte ich einen der größten Guerillafeldzüge der modernen Zeit koordinieren. Ich war nicht berechtigt, den Mudschahedin Befehle zu geben - was mit Sicherheit ein Vorteil für meine sowjetischen und afghanischen Gegner war. Ich mußte Resultate durch gutes Zureden erreichen. Irgendwie wollte ich die Arbeit meines Vorgängers, der dies erreicht hatte, verbessern und weiterentwickeln, so daß eventuell die Taktik der tausend Nadelstiche eine solch große Zahl von Soldaten und Geld binden würde, daß diese Last für die Sowjetunion nicht mehr tragbar wäre.

Ich war gezwungen, im Geheimen zu operieren. Die meisten Generäle der Pakistanischen Armee hatten keine Vorstellung, welchen Auftrag ich hatte. Sogar meine Familie hatte keine Ahnung über die wirkliche Tragweite meiner Aufgabe. Dieses Erfordernis der absoluten Anonymität stand für die offiziellc Erklärung der Regierung, daß Pakistan jede Unterstützung der Mudschahedin leugnete. Keine Behörde hätte zugogeben, daß Waffen, Munition und Ausrüstung durch Pakistan und durch

Pakistanis zu den Guerillas gebracht wurden. Bin weiteres Tabu war die Tatsache, daß der ISI die Mudschahedin ausbildete, ihre Kampfeinsätze plante und sie oftmals als Militärberater nach Afghanistan begleitete. Natürlich waren die Waffenlieferungen ein offenes Geheimnis; jedermann wußte, daß dies geschah, oLwohl die Verwicklung Pakistans in diesem Bereich nur erahnt, jedoch niemals öffentlich zugegeben wurde. Während des gesamten Krieges spielten die Diplomaten ihr heuchlerisches Spiel mit den pakistanischen Botschaftern in Moskau und Kabul und dem sowjetischen Botschafter in Islamabad.

Weil die pakistanische Beteiligung so heikel war und Pakistan nicht in den Krieg hineingezogen bzw. die Sicherheit nicht gefährdet werden durfte und ich nichts tun wollte, um die Operationen gegen die Sowjets zu erschweren, wurde die Herausgabe dieses Buches verzögert. Als ich im August 1987 in den Ruhestand ging, war das Genfer Abkommen noch nicht unterzeichnet worden, der sowjetische Rückzug hatte noch nicht begonnen, aber die Mudschahedin gewannen die Oberhand. Es bestand kein Zweifel mehr daran, daß die UdSSR genug hatte. Der militärische Sieg der Mudschahedin war in Sicht. Obwohl ich nach rneiner Versetzung in den Ruhestand die ersten Monate damit verbrachte, die HöLcpunkte meiner Zeit beim ISI aufzuzeichnen, war es nicht meine Absicht, ein Buch zu schreiben. Im Gegenteil, ich bekam vielmehr Ratschläge, es nicht zu machen. Ende 1991 bestand keine Gefahr mehr, Staatsgeheimnisse zu verraten oder die weitere Fortführung des Jihad durch die Veröffentlichung des Buches zu gefährden. Die einst geheimen Aktivitäten der Mudschahedin, des ISI oder Pakistans mußten nicht mehr länger geheim bleiben. Mit dem Rückzug der Sowjets wird das, was hier im Buch aufgedcckt oder beschrieben wird, nicht weiter von operativer Wichtigkeit sein. Es wurden alle Ausbildungsmaßnahmen durch Pakistan eingestellt, die Aushildungslager wurden aufgelöst, Personal des ISI nahm keine Aufgaben mehr in Afghanistan wahr und die Mudschahedin drangen nicht mehr über den Amu hinweg in die Sowjetunion ein. um dort Uberfälle und Hinterhalte auszuführen.

Sogar das System des Waffennachschubs änderte sich im Zuge der Reduzierung der Waffenlieferungen. Das militärische Komitee der Kommandeure Afghanistans, mit denen ich Operationen plante, wurde aufgelöst und ein neues System unter Kontrolle der Afghanischen Ubergangsregierung aufgebaut. Somit bin ich sicher, daß dieses Buch einen Nutzen für die Nachwelt und für Historiker hat, ebcnso wie es Erfahrungen für politische und militärische Führer vermittelt. Man kann viel über die Führung eines Guerillakrieges aufgrund der Erfahrungen in Afghanistan lernen oder vielmehr wieder erlernen. Wenn einige von diesen Lehren in Erwägung gezogen und in Zukunft angewandt werden, war es wert, dieses Buch zu schreiben.

Im Februar 1989 hatten sich die Dinge für die Mudschahedin in Afghanistan wider Erwarten verschlechtert. Nachdem der letzte sowjetische Soldat abgezogen war, erwartete jeder den Sieg der Mudschahedin innerhalb von wenigen Wochen. In Kabul erlahmte der Widerstand gegen die Mudschahedin, den Einwohnern Kabuls fehlten Lebensmittel, die Afghanische Armee stand kurz vor der Kapitulation und ausländische Diplomaten packten ihre Koffer. Es sah so aus, als wenn ein zweites Saigon bevorstand. Alle afghanischen Beobachter sagten einen Triumph der Mudschahedin voraus und die Voraussagen unterschieden sich nur darin, ob dieser Triumph h, Wochen oder in Monaten zu erwarten war. Der Jriumph kam jedoch erst nach drei Jahren. Für einen Soldaten, der so eng in den Konflikt einbezogen war, war dies damals nahezu unvorstellbar. Der Sieg der Mudschahedin blieb vorerst aus? an dessen Stelle trat beinahe die Niederlage. Dieses Buch versucht, das Warum zu erklären.

Nichtsdestotrotz habe ich keine Geschichte über den Krieg in Afghanistan geschrieben. Mein Ziel war es zu berichten, wie die Dinge passierten und warum sie passierten. Ich versuche in dem Buch, die Guerillas darzustellen, ihre Operationsweise, ihre Stärken und Schwächen. Weiterhin sollen, aus meiner Sicht, die Gründe dargestellt werden, warum den Mudschahedin der Triumph so lange versagt blieb, nachdem sich die Sowjets zurückgezogen hatten.

Einige, wenn nicht viele der Dinge, die ich beschreibe, wurden niemals vorher veröffentlicht. Zum ersten Mal wird die Unterstützung der Mudschahedin durch Pakistan bei der Ausbildung, Logistik und den Gefechtshandlungen publiziert. Während meiner vier Jahre beim ISI wurden etwa 80.000 Mudschahedin ausgebildet, hunderttausende Tonnen Waffen und Munition verteilt und mehrere Milliarden Dollar für den immensen logistischen Aufwand benötigt. Einheiten des ISI gingen regelmäßig nach Afghanistan, um die Mudschahedin zu unterstützen. In dem Buch spiele ich auf einige Motive und Tätigkeiten der US-Regierung an, die möglicherweise bestritten werden - möglicherweise sogar zu Recht. Manchmal sehen die Dinge anders aus, als sie sind. Wo Zweifel über den Zusammenhang der Zwischenfälle bestehen, wie z.B. beim Flugzeugabsturz, bei dem Präsident Zia getötet wurde, versuchte ich die bekannten Beweise aufzuführen und daraus Schlul3folgerungen zu ziehen, diese Schlußfolgerungen sind persönlich. Möglicherweise wird die Lösung für immer ungewiß bleiben.

Uber den Krieg in Afghanistan wurden zuvor schon Bücher geschrieben. Einige beschreiben die Gefechte von beiden Seiten, Jahr um Jahr. während andere, in weitaus größerer Zahl, die Reisen von Journalisten beschreiben, die die Mudschahedin besuchten. Unglücklicherweise schmeicheln diese Bücher entweder einer Partei der Mudschahedin oder einem Kommandeur, abhängig davon, wer der Gastgeber der Autoren war. Es war für die Medien unheimlich schwierig herauszubekommen, was in Afghanistan geschah. Erstens ist Afghanistan sehr aUgelegen, es gibt dort keine komfortablen Hotels und die Kämpfe finden hunderte Kilometer von Pakistan entfernt statt, wo sich die meisten Journalisten aufhielten. Es gab dort keine Möglichkeit, mal eben nach dem Frühstück raus zu gehen, eine Schießerei in den Straßen zu beobachten oder zu filmen und am Abend zurück in New York oder London zu sein, um die Arbeit zu veröffentlichen. Zweitens ist körperliche Ausdauer erforderlich, um nach Afghanistan zu kommen. Die grauenhafte Vorstellung, für mehrere Wochen ohne ausreichende Ernährung oder Schutz durch die afghanischen Berge zu reisen, schreckte die meisten Journalisten ab. Dazu kamen noch die Gefahr durch Krankheiten und Krieg. Somit war es nicht überraschend, daß Kommandeure der Mudschahedin Journalisten mit Vorsicht gegenübertraten, wenn diese wirklich zu ihnen gelangten. Es schafften allerdings nur wenige und diese wenigen sahen nie Gefechte. All ihre Bemühungen, Tag für Tag vor Ort zu sein und zu berichten, wurden oftmals nicht mit einer herausragenden Story für ihre Zeitungen oder Zeitschriften gekrönt.

Fur viele war dies alles nicht akz.eptabel. so gab es Versuche. Kommandeure der Mudschahedin zu überreden, ein Schcingefecht durchzuführen, manchmal mit Mudschahedin in afghanischen Uniformen, mit Gcbäuden. die vorher zur Sprengung vorbereit wurden, alles im Stile Hollywoods. Die Mudschahedin führten dann sehr enthusiastisch ein Gefecht, feuerten mit allen Waffen, es gab viel Rauch, viel Geknall, viel Freude und sehr viele Meter Film. Natürlich zahlten die Journalisten dafür, die Filme verhalfen den Kommandeuren zu Prestige und verkauften sich gut in den Vereinigten Staaten oder sonstwo. Es war alles in allem ein sehr zivilisierter Weg, den Krieg darzustellen und beide Parteien machten damit Geld. Der Artikel wurde meistens mit dem Tunnelblick der Kommandeure geschrieben, den die Journalisten aufnahmen. Der Kommandeur ist der Held, sein Blickpunkt wird dargelegt, während der Leser nur ein Bild seiner Person, seiner Selbstdarstellung und seiner Bedeutung bekommt.

Um nicht selbst in diesc Falle zu tappen, erwähne ich selten den Namen eines Kommandeurs, wenn ich eine einzelne Operation beschreibe. Ich habe Beispiele ausgewählt, von denen ich meine, daß sie typisch für die Gefechte sind. Einige von ihnen zeigen Fehler, doch ich hebe keincn Kommandeur hervor, genauso wie ich keinen abschätzig beurteile. Genausowenig werden Personen mit Namen genanut, die noch im Dienst der Armee stehen, oder die unter dem Siegel der Geheimhaltung arbeiteten, wenn die Namensnennung ihren Ruf oder ihr Lcben in Gefahr bringen könnte. Mit diesen Ausnahmen sind alle in dem Buch benutzten Namen die wirklichen Namen.

Trotz der oben angeführten Sichcrheitsmaßnahmen wird es einige geben. die versuchen wcrden, die Veröffentlichung dieses Buches zu verhindern und sei es nur aus ihrer eigenen Querköpfigkeit heraus. Mein unmittelbarer Vorgesetzter zur Zeit meiner Versetzung in den Ruhestand riet mir, obwohl er Interesse an meiner Idee zeigte, eine Genehmigung der Armee einzuholen. Dies wäre jedoch das Ende meiner Bemühungen gewesen. Das Militär in Pakistan hätte meinen Entwurf in tausend Stücke zerrissen' um Kritik an ihren Bemühungen zu unterdrücken.

Ich habe mich bemüht, das Gefühl für diesen Guerillakrieg durch die Beschreibung meiner Erfahrungen oder der Erfahrungen von anderen, die mir aus meiner Zeit beim ISI bekannt waren. zu vermitteln. Es war, während die Sowjets das Land besetzten, ein Feldzug, in dem eine Armee des späten 20. Jahrhunderts gegen eine Armee des frühen 19. Jahrhunderts kämpfte. Die Afghanen, die die Briten während ihres Rückzuges aus Kabul im Jahre 1842 besiegten, waren nahezu identisch mit den Kämpfern, die über 13.000 Sowjetsoldaten töteten, 35.000 verwundeten und diese Armee nach neun Jahren bitterer Gefechte vertrieben. Die Einwohner veränderten durch die Jahrhunderte ihr Land kaum; sogar Alexander's mazedonische Landsmänner, die vor 2.300 Jahren durch die Panjsher-Schlucht marschierten, würden den zackigen, unfruchtbaren und steinigen Horizont wiedererkennen. Die Zeit veränderte in Afghanistan nur wenig.

Soweit ich weiß, wurde niemals geklärt, warum die Mudschahedin nicht innerhalb von Wochen nach dem sowjetischen Rückzug in Kabul einmarschierten. Dieser Umstand wurde gewöhnlich mit internen Fchden erklärt. Ich glaube jedoch, daß dies nur ein Teil der Antwort war. Für mich weist alles darauf hin, daß der Hauptunterstützer - die USA - keinen militärischen Sieg der Mudschahedin wollte. Ich glaube daß sie ihren Triumph unabhängig von den internen Streitigkeiten hätten haben können, wenn es im Interesse der USA gewesen wäre. Unglücklicherweise war es das nicht. Für beide Supermächte waren die Verhältnisse nach dem Abzug der UdSSR weitaus angenehmer. Nichts in diesem Buch ist offizielle Geschichte, ich unternahm jeden Versuch7 meine Fakten korrekt zu recherchieren. Jegliche Fehler sind meine Fehler, seien es Gedanken oder Kommentare. Und ich möchte damit schließen, daß ich ohne Ausnahme während meiner Zeit beim ISI ohne die ständige Unterstützung meiner Offiziere und des Personals nichts erreicht hätte. Sie arbeiteten Tag und Nacht, ohne die geringste öffentliche Beachtung für den Erfolg des Jihad. Ich verdanke ihnen sehr viel. Ich hoffe, daß dieses Buch von ihnen als Würdigung ihrer Arbeit gesehen wird.

Letztlich möchte ich mich vor den Mudschahedin verneigen, die sich trotz all ihrer Fehler wieder einmal als unschlagbarer Gegner gezeigt haben. Unabhängig davon. wie viele politische Gründe zum sowjetischen Rückzug aus Afghanistan geführt haben, die Sowjets wären niemals ohne die Bemühungen dieser Soldaten Gottes aus dem l.and gogangen.